Tu ich doch mal gar nichts

Tu ich doch mal gar nichts. Nichts.

„Beim Nichtsmachen bleibt nichts ungemacht“, heißt es bereits in der altchinesischen Spruchsammlung Tao Te King. Doch der Rat gilt noch heute: Innehalten – oder eine Zeit lang absolut nichts zu tun. Was so einfach klingt, kostet freilich Überwindung. Schließlich ist reines Nichtstun in der westlichen Kultur als Müßiggang oder Faulenzen verpönt. Man fühlt sich schuldig, wenn man nicht wenigstens irgendwie beschäftigt ist. Wir haben ja schon Angst vor den Momenten völliger Entspannung, weil wir sie als verlorene Zeit empfinden. Ich möchte sie als gewonnene Zeit wahrnehmen.
Ich gehe ohne ein bestimmtes Ziel spazieren, sitze im Garten und schaue, blicke in die Weite über den See, oder hoch in den Himmel, wo Vögel und Wolken vorüberziehen, lese spannende Geschichten, mache ein kleines Nickerchen, sitze einfach da, dann male ich … Man kann sein Leben ändern, indem man absolut nichts tut. Innehalten und Nichtstun heißt es, verlangsamt die Aktivität der Gehirnwellen, senkt den Blutdruck, fördert die Durchblutung, verbessert den Energiehaushalt des Körpers und stärkt das Immunsystem. Ideen und Energien schleifen zu lassen – daraus kann alles Mögliche entstehen, wofür in einem straff strukturierten Tagesablauf niemals Raum wäre. Vor allem aber genieße ich das Leben.
Ganz nach William W. Purkey:
„You’ve gotta dance like there’s nobody watching,
Love like you’ll never be hurt,
Sing like there’s nobody listening,
And live like it’s heaven on earth.”

3 Gedanken zu „Tu ich doch mal gar nichts

  • 28. Oktober 2017 um 07:57
    Permalink

    Hallo Theresa
    Einen kleinen Gruß aus dem jetzt herbstlichen München. Ich freu mich immer eure Berichte zu lesen und dadurch das Gefühl zu haben, dort bei euch zu sein.
    Das was Du so schön beschreibst nennt man auch Müssiggang, d.h. das Aufsuchen der Muße, das entspannte und von Pflichten freie Ausleben, nicht die Erholung von besonderen Stresssituationen oder körperlichen Belastungen.
    Bertrand Russel hat ein Buch geschrieben „Lob des Müssiggang „ Ein kleines Zitat daraus ist:
    Vor allem aber wird es wieder Glück und Lebensfreude geben, statt der nervösen Gereiztheit, Übermüdung und schlechten Verdauung.“
    Deshalb wünsch ich Euch beiden dass obiges lange erhalten bleibt auch wenn ihr wieder in diese industrielle hektische Welt zurückkehrt.
    LG Moni
    Liebe Theresa, es fehlt mir doch sehr die körperliche Nähe bei einem Capuccino wunderbare Gespräche zu führen oder eine lange Fahrradtour, oder ein Kinobesuch oder oder oder

    Antwort
    • 26. Oktober 2017 um 14:20
      Permalink

      das war mehr Theresas Beitrag. Ich habe das Chillen erfunden 😉

      Antwort

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