Sabbatical in Uganda

6. September 2017, es geht los!!

Die hohe Kunst des Packens

Ich mache eine Reise und packe ein: Kleider, Hosen, Shirts, Wäsche, Jacken, Tücher, Schuhe, Wäsche, Taschen, Hüte, Kamera, Bikini, Blusen, Röcke, Malutensilien, Waschutensilien, Notebook, e-book Reader … zweimal 23 kg, klingt doch viel, aber wieso will nicht alles in die Koffer passen und wieso wiegen sie einfach mehr? Es muss doch alles mit?!

Abschied

Warum geht man fort?
Damit man zurückkehren kann,
um den Ort, den man verlassen hat,
mit neuen Augen und zusätzlichen Farben zu sehen.
Terry Pratchett

Lufthansa check-in in München

… reisen

Wir fliegen mit Brussels Airlines, planmäßige Abflugzeit 8.20 Uhr, vernehmen aber, dass eben festgestellt wurde, dass am Flieger „eine kleine Schraube locker“ sei. Das „Festschrauben“ dauert eine halbe Stunde. Also mit der planmäßigen Ankunft in Brüssel um 9.40 Uhr Uhr wird es wohl nichts, immerhin ist unser Weiterflug nach Entebbe um 10.40 Uhr – das wird knapp. Ein kleines charmantes, aber bestimmtes Vordrängeln bei der Endlosschlange an der Passkontrolle muss sein – geschafft. Entspannter Flug nach Entebbe und Ankunft ca. 19.35 Uhr.

… ankommen

Unser Uganda-Taxi-Driver-Freund Fred ist schon da:

 

Wir freuen uns sehr ihn wieder zu sehen und fahren nach Entebbe in unser bekanntes Backpackers-Haus. Wir sind wieder da, die Luft ist weich und warm, der Himmel sternenklar, es ist schon Vertrautheit, dieses Afrikafeeling. Übrigens „Lachen reinigt die Zähne“ sagt der Afrikaner – dann gehen wir schlafen. Fred holt uns am nächsten Morgen ab auf unsere Weiterreise nach Jinja. Wir müssen nach Kampala, durch Kampala durch und von Kampala hinaus. Das bedeutet für die Strecke Entebbe-Jinja von ca. 120 km ca. 5 Stunden Fahrt.

Unterwegs werden wir von der Polizei aufgehalten. Der Vorbesitzer von Freds Auto hat zwei Strafmandate nicht bezahlt. Nach schier endlosem Palaver gelingt es Fred mit ein klein wenig „Taschengeld“ die Polizisten entgegenkommend zu stimmen und uns weiterfahren zu lassen.

mit versteckter Kamera…

Und Jinja ist da – sind wir weg gewesen? Im Brisk Hotel angekommen, vereinbart Ulf Termine mit unseren Partnern für unser Objekt „Daheim in Uganda“ – Haus am See.

 

… unser Haus am See

Wir hatten uns auf diese „must-haves“ für unser voll möbliertes Zuhause für die nächsten 6 Monate festgelegt:

  1. schöner, ruhiger Außenbereich mit Aussicht
  2. fußläufig zur Main Street
  3. einigermaßen sicher
  4. vernünftige Dusche und Matratze
  5. maximal 500 US$

Der abenteuerliche, voll durchgetaktete Freitag hat gezeigt: In den Randbezirken und Vororten Jinjas gibt es so was eher, aber da wollen wir nicht hin. Abends im Dunkeln auf den Boda-Boda Mopeds ewig durch die Gegend gurken: kommt nicht in Frage. Im Stadtbereich gibt es möblierte Wohnungen in sehr schmuddeligen Häusern zu Mondpreisen, bis zu 2000 US$ für große Häuser! Wir suchen also nach der Nadel im Heuhaufen.

Unser Jackfrucht-Scout Benson hatte einige Immobilien für uns vorbereitet. Nach erster Besprechung blieb davon noch ein Haus übrig. Vor Ort (im Boda-Boda Konvoi) fanden wir eine verlassene, runtergekommene Anwaltskanzlei an einer lauten Kreuzung ohne irgendwas drin. Miete: 5000 US$ pro Jahr. „Benson: we said FURNISHED??!!“

Das fängt ja gut an. Später stellte sich dann übrigens heraus, dass uns die Haushälterin die falsche Wohnung gezeigt hatte. Die möblierte war im 1.Stock… Aber da war zum Glück schon alles entschieden.

Der nächste war Julius. Den hatten wir im Februar schon kennengelernt, als er sich als Eigentümer mehrerer Apartments ausgab. Im Vorfeld hatten wir einen Besichtigungstermin für ein bestimmtes Objekt vereinbart. Das war natürlich nicht verfügbar, dafür zeigte er uns Absteigen in Rohbauten neben Großbaustellen und Fabriken am Stadtrand in düsterster Lage. Für 650 US$. Unsere Laune wurde immer besser.

„Ich kenne da diese Frau, die hat ein paar kleine Häuschen am See.“ Das hört sich doch schon besser an!

Das wird schwer zu toppen sein. Aber der Preis… Bei 700 US$ fingen wir an. Nach einem weiteren Telefonat zwischen Julius und der Eigentümerin Victoria waren wir schon bei 650 US$. Negotiable, laut Julius. Die ganze Zeit stellte er sich mehr als hilfsbereiter Kumpel dar, der uns bei seiner Bekannten unterbringen könnte.

„Lass uns die nächsten Termine wahrnehmen, wir melden uns“. Als nächstes war Bryony dran, eine Maklerin. Engländerin, frühere Overland-Fahrerin, vor Jahren in Jinja hängengeblieben. Sie hatte, genau wie ich, viel von Afrika gesehen und Jinja gefiel ihr am besten. Das Objekt, das sie uns eigentlich vereinbarungsgemäß zeigen wollte, war am Vormittag vermietet worden. Jetzt hatte sie noch „Casa Mia“ im Angebot, eine neue Hotelanlage einer Italienerin. Super gepflegt, tolles Restaurant dabei, aber „unser Haus“ hätte keinerlei Privatsphäre gehabt. Außerdem winzige Zimmer, etwas zu weit draußen und erst ab Oktober verfügbar.

Jetzt aber schnell los, der wichtigste Termin mit dem Makler Nasser steht an! Seine Agentur hatte mehrere spannende Objekte im Angebot, unter anderem das Haus mit der tollen Aussicht, von dem wir schon berichtet hatten. Am Vortag hatten wir den Treffpunkt Java House verabredet, am Ortseingang beim großen Roundabout an der Kampala Road. Ca. 15 Minuten Fahrt mit Boda Bodas, wir hatten noch etwas Zeit und haben im Java House den leckersten (und teuersten) Kaffee Afrikas getrunken. Pünktlich um 16h00 rief Nasser an und wollte uns an der Main Street treffen. Super, da waren wir gerade hergekommen. Also wieder auf die Mopeds und zurück!

Das eine möblierte Haus war dann doch zu weit draußen, aber das Cottage am See für 500 US$ ist immer noch frei! Telefonat, Besichtigungstermin. Moment: “Victoria?? Wir haben gerade auch schon ein Haus am See bei einer Victoria gesehen?!“ Nasser fiel gerade mal alles aus dem Gesicht. „Wenn Ihr schon mit Julius da wart, hat er das Vorrecht.“ „Aber Julius ist doch gar kein Makler, außerdem sprach er von 700, oder 650 US$?“

„Julius? Yeah, I know him. He is an agent. Also: in Uganda everybody is an agent …“ Der Kollege wollte doch tatsächlich 150 Dollar im Monat Kommission einsacken!

Aufgrund der Tatsache, dass wir schon vor zwei Monaten bezüglich dieses Cottages kommuniziert hatten und ja auch einen Termin speziell für dieses Objekt verabredet hatten, ließ sich Victoria überreden, uns zu sehen. Zwei ihrer Cottages kamen in Frage, eins in der ersten Reihe am See, eins direkt dahinter. Preis 600, bzw. 500 US$. Nach langer, sehr zäher Verhandlung konnten wir uns einigen, wir haben es!! Theresa sprang jauchzend durch den Garten, es ist wunderbar! Ungefähr 500 Meter zur Main Street und zum Golfplatz, ruhig, super sicher, sehr schön eingerichtet mit traumhafter Veranda. Wir haben einige Monate im Voraus bezahlt, dafür haben wir es für 500 bekommen. Eventuell müssen wir einmal zwischendrin in das identische Nachbar-Cottage umziehen, das steht aber noch nicht fest.

Am Samstag hat Benson einen Kutscher mit großem Auto für uns klargemacht. Pünktlich um 10h30 kamen sie zu unserem Hotel und brachten uns mit dem vielen Gepäck in unser neues Heim. Danach Großeinkauf im Supermarkt, Bottle Store und am Markt für frisches Gemüse und Fleisch. Abends hat Theresa uns ein super leckeres, erstes Festmahl gekocht und wir haben ewig auf unserer Veranda gesessen und bei Gin Tonic den Grillen zugehört.

Hier werden wir uns sauwohl fühlen! Nach den paar Tagen in Afrika ist wie üblich mein Tinnitus fast ganz weg, die Pickel auch und mein zuletzt etwas zwickender Fuß ist auch wieder o.k.

Die Magie Afrikas!

15 Gedanken zu „Sabbatical in Uganda

  • 23. September 2017 um 15:22
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    Hallo Ihr Lieben, ich freue mich so sehr für Euch!!! Das Haus sieht toll aus und die Einrichtung ist ja fast skandinavisch. Aber es erstaunt mich, dass Uganda anscheinend echt teuer ist. Nun wünsche ich euch gutes Einleben und eine tolle, ereignisreiche Zeit. Ganz viele liebe Grüße! Susie

    Antwort
  • 20. September 2017 um 17:30
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    Großartiger Blog BEitrag. Was freue ich mich, dass das so gut anläuft. Ich freue mich mehr und mehr auf meinen Besuch.

    Antwort
  • 20. September 2017 um 13:11
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    TäTää, die neuen Beiträge sind da, mit ganz vielen Photos! Hoffentlich gefällt es Euch, nochmal ganz herzlichen Dank für die vielen lieben Grüße!
    Theresa und Ulf

    Antwort
  • 18. September 2017 um 18:11
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    Hallo Ulf, ich war schon ziemlich gespannt auf eure Berichte. Freut mich dass ihr euer ‚Traumhaus‘ gefunden habt und sich dieses Land so heilend betätigt ?. Du bist noch rechtzeitig abgehauen, hier ist überraschend schnell der Herbst ausgebrochen. Waren am We in München und haben eingeräumt, steht alles noch ?. Wünsche euch eine tolle entspannte Zeit mit vielen Abenteuernd. LG

    Antwort
  • 18. September 2017 um 08:46
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    Habe am WE Peter W. und Thomas G. getroffen. Soll Euch liebe Grüße bestellen. Finden Euer Häuschen auch schnuckelig.
    Peter ist leider krank (Bandscheibenvorfall)

    Auch Olga u. Peter S. haben sich gemeldet. Haben Ihr Häuschen renoviert. In Rumänien hat es noch 25 Grad.
    Wir haben heute 9 Grad. Sitze mit Jacke in der Arbeit. Mich friert. Lasst mal ein paar Grade rüberkommen.

    Greetings from the cold Munich

    Antwort
  • 15. September 2017 um 07:32
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    Nun sind schon knapp 10 Tage um und morgen beginnt die Wiesn mit viel Tamtam???. Wetter spielt nicht so mit, heute Sonne aber eisige Temperaturen, bei euch bestimmt das Gegenteil. Theresa, wollte dir ne Mail schreiben, habe aber nur die alte mailadresse von der Uni stimmt die noch ? Wünsche von Herzen eine wunderbare Zeit und vielleicht schreibst mir mal ne Mail mit evtl. neuer Adresse, meine ist wie immer … ??

    Antwort
    • 15. September 2017 um 08:45
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      Hallo Moni,
      Danke für die netten Worte. Ich habe mir erlaubt, Deinen Kommentar zu editieren und habe Deine Mailadresse gelöscht. Die sollte man nicht im Klartext öffentlich hinterlassen, sonst wirst Du in Kürze mit Spam bombardiert. Und das wäre noch das geringere Problem…
      Theresa wird sich später per Mail bei Dir melden.
      lg,
      Ulf

      Antwort
  • 12. September 2017 um 19:12
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    Servus,
    Nina watakia njema ya kuenda Uganda njote wawilli nimimi wenu Georg

    Antwort
  • 11. September 2017 um 19:31
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    Das sind traumhafte Fotos – und noch dazu ein so schöner Reisebericht. Da ist man schon gespannt auf alles, was noch kommen wird. Ich freue mich von Herzen, dass ihr es dort so schön erwischt habt!

    Antwort
  • 11. September 2017 um 14:23
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    Das schaut ja wirklich fantastisch aus – muss es auch, bei dieser Miete. Ich freu mich für euch und grüße euch ganz lieb aus dem herbstlichen Neuhausen.

    Antwort
  • 11. September 2017 um 11:40
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    na ja. Was wäre das Leben ohne Abenteuer. A biserl muas scho sei.
    Hauptsache euch geht es gut.
    Euer Häuschen sieht schön aus. Hätte ich auch gerne.

    LG aus Neuhausen

    Antwort
  • 11. September 2017 um 10:31
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    Das klingt ja alles wie gewünscht! Freue mich für euch und das alles weiterhin gut klappt

    Antwort
    • 11. September 2017 um 10:58
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      Sind wir quitt?
      Flagge im Zollbüro klauen / Polizisten beim Taschengeld aufbessern fotografieren.
      ?

      Antwort
      • 11. September 2017 um 13:29
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        So ein bisschen, du hast kein Souvenir ?

        Antwort

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